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Prozessfinanzierung statt Ratenkredit bei einem Streitfall

Prozessfinanzierung statt Ratenkredit
Prozessfinanzierung statt Ratenkredit (Bild: I. Rasche / pixelio.de)

Prozessfinanzierungen sind Finanzdienstleistungen im juristischen Umfeld. Zum ersten Mal bot die Foris AG sie erstmals in Deutschland an. Inzwischen gibt es aber eine Reihe von Unternehmen, die diese Art der Finanzierung anbieten. Dabei übernimmt der Prozessfinanzierer die Kosten einer gerichtlichen oder außergerichtlichen Verfolgung. Tätig werden Prozessfinanzierer sowohl im privaten, als auch im gewerblichen Bereich.

Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich als Übersicht und ersetzt nicht die fachmännische Beratung durch einen Rechtsexperten.

Gliederung:

1. Voraussetzungen für eine Prozessfinanzierung

Nicht jeder Prozess wird finanziert. Bei den meisten Unternehmen muss ein Mindeststreitwert erreicht sein. In der Regel liegt dieser bei 50.000 Euro. Was haben Prozessfinanzierer davon? Im Erfolgsfall erhält der Finanzierer einen Teil des erzielten Erlöses. Wie hoch dieser Anteil (Beteiligungsquote) ist, hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Höhe der erzielten Summe
  2. Umfang des übernommenen Risikos
  3. Prozessfinanzierer selbst

Die Quote liegt meistens bei 10 % von der erzielten Summe aufwärts. Verliert der Prozessfinanzierer bzw. die finanzierte Person, so übernimmt der Finanzierer die Kosten des Verfahrens. Verbraucher oder Unternehmen müssen keine Kosten zahlen. Was genau übernommen wird? Die Gerichtskosten, die Anwaltskosten des Gegners, die eigenen Anwaltskosten und sämtliche Kosten für Zeugen und Sachverständige.

2. Wie bekommt man eine Prozessfinanzierung?

Es ist ein Antrag beim Prozessfinanzierer zu stellen. Dieser erhält alle wichtigen Daten zum Prozess und unterzieht die Erfolgsaussichten einer juristischen Prüfung. Meist überprüfen interne (oder auch externe) Anwälte die Aussichten auf Erfolg. Schätzt der Prozessfinanzierer die Aussichten als positiv ein, erhält der Antragsteller eine positive Rückmeldung über die Prozessfinanzierung. Der Fall wird übernommen.

Interessant ist es sich als betroffene Person mit Hilfe eines Prozesskostenrechners einen Überblick über die Prozesskosten durch alle Instanzen ausgeben zu lassen. Die Prozesskostenrechnung wird aufgeteilt in Gerichtskosten und die Kosten für den eigenen und fremden Anwalt.

3. Doch worin liegen die Vorteile der Prozessfinanzierung?

Anspruchsinhaber können berechtigte Ansprüche ohne das Risiko auf den Kosten sitzen zu bleiben durchsetzten. Für Unternehmer ist außerdem wichtig die Liquidität zu schonen. Sie müssen in ihrer Bilanz keine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ausweisen. Ein weiteren Vorteil haben Rechtsanwälte. Sie können sich sicher sein bis zum Ende der Instanz ihre Einnahmen zu erhalten. Die Finanzierung steht bereits fest. Rechtsanwälte sehen außerdem in die Prüfungsunterlagen ein und erhalten dadurch weitere wichtige Informationen von fachkundigen Personen.

Video über Sammelklagen und Prozessfinanzierungen:

In den meisten Fällen werden Prozessfinanzierungen bei Schadenersatzforderungen, Forderungen bei Erbfällen oder vertraglichen Ansprüchen genehmigt. In Amerika sind Sammelklagen bekannt. Auch in Deutschland werden Prozessfinanzierungen durchgeführt bei denen die Ansprüche von vielen Geschädigten durchgesetzt werden.

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